Blutspenden für Geld

Jedes Jahr werden allein in Deutschland rund 5 Millionen Blutspenden benötigt, um den anfallenden medizinischen Bedarf zu decken. Rund 15000 Menschen stellen sich täglich freiwillig zur Verfügung um diese große Menge an Blut oder Blutbestandteilen bereitszustellen. Viele Menschen fragen sich, ob sie sich als Blutspender freiwillig sozial engagieren sollen, doch einige scheuen den Gang zu den regelmäßig und überall im Land stattfindenden Terminen. Einige zögern aus Unsicherheit oder Angst vor Schmerzen, einige wegen falscher Vorstellungen oder ungeklärter Fragen, sowie fehlender Informationen. Denn wie eine Spende abläuft, ist oft unklar. Unsicherheiten über die persönliche Eignung, den eigentlichen Ablauf einer Spende und der Weiterverwendung des gespendeten Blutes sowie die Angst vor eigener Ansteckung mit chronischen Krankheiten, verhindern das so wichtige soziale Engagement. Einige Blutspendedienste, locken Blutspender mit einer finanziellen Aufwandsentschädigung.

Der Sinn der Blutspende

Blutspenden für GeldAnsammlung von Blutreserven

Täglich verunglücken Menschen auf unseren Straßen, und täglich werden überall in Deutschland große Operationen durchgeführt, beides eventuell mit der Folge von höherem Blutverlust. Die wichtigste Ambition zum Blutspenden, sollte somit die Bereitsstellung von Blutreserven für andere Menschen bzw. Patienten sein, die Fremdblut benötigen. Auch viele chronisch Kranke, wie z.B. Krebspatienten benötigen regelmäßig Vollblut- oder Blutbestandteilkonserven, um ihr Überleben zu sichern. Da Blut nur begrenzt haltbar ist und bisher nicht zufriedenstellend künstlich hergestellt werden kann, sind die täglichen uneigennützigen Spenden lebensnotwendig. Auch als Ausgangsmaterial für viele Medikamente und medizinische Anwendungen, werden Blutspenden oder Spenden von Blutbestandteilen benötigt.

Eigenblutspende

Eine Besonderheit der Blutspende ist die Eigenblutspende. Muss sich ein Patient einer großen, aber vorhersehbaren Operation unterziehen, und lässt es der körperliche Zustand zu, kann einige Wochen im Vorraus eine sogenannte Eigenblutspende durchgeführt werden. Der Spender stellt dabei sein Blut nur für sich selbst zur Verfügung, wird es während der medizinischen Behandlung nicht zurücktransfundiert, muss es vernichtet werden. Eigenblutspenden kommen somit nur dem Spender zu Gute und nicht der Allgemeinheit. Neben den bekannten Vollblutspenden können auch Blutbestandteile wie zum Beispiel Blutplasma oder Thrombozyten gespendet werden.

Nach oben

Wer führt Blutspenden durch?

Der bekannteste Blutspendedienst in Deutschland, ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Mit mobilen Einheiten und öffentlichen Blutspendeaktionen, wird die Bevölkerung zur Blutspende aufgefordert. Als Bindeglied zwischen Blutspender und Blutempfänger, führt das DRK alle Schritte von der Spenderwerbung, über die Blutabnahmen, Testverfahren und Weiterverteilung der Blutkonserven durch. Dabei gilt die Blutspende beim DRK als gemeinnützig und wird in der Regel von ehrenamtlichen Mitarbeitern durchgeführt, so dass für den Spender keine Vergütung fällig wird. Allerdings werden kleine Geschenke, ein Imbiss und Ehrennadeln für Vielspender als Anreiz zur Blutspende geboten. Neben dem ehrenamtlichen DRK führen auch staatlich-kommunale Blutspendedienste sowie universitäre und private Träger Blutspenden durch, wobei durch diese Einrichtungen in der Regel eine kleine Aufwandsentschädigung gezahlt wird.

Vorraussetzungen für den Blutspender

Grundsätzliches

Im Allgemeinen ist jeder Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren als Blutspender geeignet. Vorausgesetzt, er ist in guter gesundheitlicher Verfassung und spendet sein Blut freiwillig. Menschen mit einer Krebserkrankung oder einer chronischen Infektion wie z.B. Hepatitis oder AIDS, werden jedoch dauerhaft von einer Blutspende ausgeschlossen, um die Übertragung von Krankheiten und eine Verschlechterung des körperlichen Zustandes des Spenders zu verhindern. Sind die aktuellen Spendekriterien zum Zeitpunkt der Spende vorübergehend nicht erfüllt, aber eine Besserung des Zustandes in Zukunft möglich, erfolgt der zeitlich begrenzte Ausschluss des Spenders. Auch Schwangere werden für die Zeit der Schwangerschaft nicht zu einer Blutspende zugelassen.

Vor der Blutabnahme

Es ist darauf zu achten, dass in einem Zeitraum von ca. 24 Stunden "vor" der Blutabnahme, kein Alkohol getrunken wird, und keine stark fettigen Speisen zu sich genommen werden.

Durchführung der Blutspende

Blutspender - BlutabnahmeFormalitäten

Eine Blutspende erfolgt in der Regel nach Plan, um die Sicherheit des Spenders und die zuverlässige Herstellung einer einwandfreien Blutkonserve zu gewährleisten. Zu Beginn erfolgt die Anmeldung des Spenders beim entsprechenden Blutspendedienst. Dabei werden nach der Begrüßung Name und Adresse angegeben und die Identität mittels Lichtbildausweis bestätigt.

Ein auszufüllender Fragebogen soll die ersten Informationen über den Gesundheitszustand und die medizinische Vorgeschichte des potentiellen Spenders einholen. Unter anderem wird nach vorhergegangenen Auslandsreisen oder Krankheiten, wechselnde Partnerschaften und Medikamenteneinnahmen gefragt.

Dabei muss der Fragebogen wahrheitsgemäß und sorgfältig ausgefüllt werden, denn er gibt dem über die Spendefähigkeit entscheidenden Arzt einen Gesamtüberblick, kann den Spender dann selbstverständlich auch ausschliessen. Zum Beispiel wird ein Blutspender abgelehnt, wenn er sich zur Homosexualität bekennt, da die Inzidenz an AIDS-Erkrankungen in dieser Bevölkerungsgruppe höher ist. Auch vorausgegangene Operationen oder Reisen in Länder mit hoher Infektionsgefahr, sind für die Ausschlusskriterien relevant.

Spendenfähiges Blut oder nicht?

Vor der Beurteilung der Spendefähigkeit, erfolgt die Messung des Hämoglobinwertes, also die Bestimmung der Zahl der roten Blutkörperchen. Liegt der Wert unter einer geforderten Grenze, wird der Spender ausgeschlossen, da eine Blutspende diesen Wert noch weiter senken würde und eine eventuelle Gefährdung des Blutspenders nicht auszuschließen wäre. Wird ein unter der Norm liegender Hämoglobinwert festgestellt, wird zu einer Vorstellung beim Hausarzt und Abklärung des Befundes geraten.

Der Gesundheitszustand entscheidet

Auch Pulsschlag, Blutdruck, Körpergewicht und die Körpertemperatur werden gemessen, um einen Eindruck vom Gesundheitszustand des Spenders zu bekommen, und um eine aktuelle Infektion auszuschließen. Nach der Sammlung der Informationen und Befunde, erfolgt das ärztliche Gespräch. Der durchführende Arzt muss die vorliegenden Befunde und Informationen bewerten, und die Spendefähigkeit feststellen. Fällt diese Bewertung positiv aus, steht der eigentlichen Blutspende nichts mehr im Wege.

Wieviel Blut wird abgenommen - Nebenwirkungen ?

Auf einem bequemen Blutspendestuhl wird eine Vene am Arm, meist in der Ellenbeuge, ordnungsgemäß desinfiziert und mit der Nadel punktiert. Eine Waage zeichnet das Gewicht des gespendeten Blutes auf, damit dem Blutspender maximal nur ca. 500 ml Blut entnommen wird. In der Regel wird ein Blutverlust von 500 ml, vom Körper sehr gut toleriert. Gelegentlich kommt es nach einer Spende zu leichtem Schwindel oder einem Blutdruckabfall. Das zur Blutspende verwendete Material besteht ausnahmslos aus Einmalmaterial, um eine Gefährdung des Spenders auszuschließen.

Das gespendete Blut wird mit einem Strichcode versehen, um eine nachträgliche Identifizierung zu gewährleisten, und für die Weiterverarbeitung versandfertig gemacht. Nach der erfolgreichen Blutspende wird der Spender noch eine Zeit lang überwacht, um Kreislaufproblemen oder Nachblutungen an der Einstichstelle, entgegenwirken zu können. Dannach wird zum Imbiss gebeten. Belegte Brötchen und Obst, sowie Kaffee, Cola oder Saft, sind nicht nur ein Dankeschön, sondern helfen dem Körper auch, sich wieder zu regenerieren. Die Zeit des Imbisses zählt weiterhin zur Überwachungszeit, damit die Blutspender einige Zeit verstreichen lassen, bis sie zum Beispiel Auto fahren oder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Erstspender erhalten nach der erfolgreichen Spende einen Blutspendepass, in dem die Blutgruppe und die Anzahl der erfolgten Spenden festgehalten wird.

Nach oben

Geld verdienen mit Blutspenden

Geld verdienen mit BlutspendenAufwandsentschädigung vs. gemeinnützige Ambitionen

Die Diskussion, ob ein Blutspender für sein freiwilliges Engagement finanziell belohnt werden soll wird schon lange und hitzig geführt. Die Blutspende sollte nach allgemeiner Auffassung freiwillig sein und in die soziale Verantwortung des Einzelnen fallen, ohne finanzielle Bereicherung. Viele Spender sind sich nicht bewusst, dass einige Blutspendedienste eine finanzielle Aufwandsentschädigung zahlen, denn das Werben für Blutspenden für Geld, ist laut Gesetz nicht erlaubt. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen unserer schnelllebigen und kapitalistischen Welt und der hohe tägliche Bedarf an neuen Spenden, haben einige Organisationen jedoch zum finanziellen Anreiz gedrängt.

Der Traum vom Nebenjob

Als vollwertigen Nebenjob eignet sich die Blutspende allerdings nur bedingt. Zwischen zwei Vollblutspenden sollten 12 Wochen Zeit verstreichen (mindestens aber 8 Wochen), um dem Körper genug Zeit zur Regeneration zu geben. Bei einer Aufwandsentschädigung von ca. 20 EUR pro Spende, liegt der Jahresverdienst bei mageren 80 EUR. Höher liegt der Verdienst bei Plasmaspenden.

Die Plasmaspende dauert etwa 1 Stunde, da das Plasma aus dem Vollblut separiert werden muß, allerdings liegt die Vergütung bei etwa 25 bis 40 EUR. Plasma kann zusätzlich zum Vollblut gespendet werden und etwa 1 mal pro Woche. Ein Verdienst von ca. 2000 EUR jährlich bei einer wöchentlichen Spende, ist hier für den einen oder anderen ein höherer Anreiz gegeben. Thrombozyten, die Blutplättchen des Körpers, dürfen alle zwei Wochen gespendet werden, auch dafür werden etwa 25-40 EUR Aufwandsentschädigung gezahlt.

Fazit

Eine Blut- oder Blutbestandteilsspende ist eine gemeinnützige Tätigkeit, die Leben retten kann. Der hohe tägliche Bedarf an Freiwilligen, zwingt die Blutspendeorganisationen zu einem Anreiz mittels kleiner Geschenke oder einer finanziellen Aufwandsentschädigung. Als lukrativen Nebenjob eignet sich eine Spendetätigkeit, aber eher nicht. Trotzdem sollte sich jeder der dafür geeignet ist, zu einer Blutspende durchringen können, damit eine ausreichende medizinische Versorgung gewährleistet werden kann. Und wer weiß, ob man nicht selbst einmal auf Blutersatz angewiesen sein wird.

Nach oben